Tja... wo soll ich anfangen?

 

Bei mir gibt es eigentlich keinen offensichtlichen Grund für meine ES-Vergangenheit. Ich war an sich immer recht fröhlich, hatte Freundinnen, einen tollen grossen Bruder und sehr liebe Eltern... Daher kann ich es mir oft selber nicht erklären, wie ich da rein geraten bin.

 

Wahrscheinlich hat alles begonnen, weil ich Probleme mit meiner Körpergrösse hatte. Schon von Anfang an war ich immer die grösste in der Klasse, hatte daher nie diesen "jö-Bonus" mit dem die andern Mädchen kokettierten, sondern wurde immer als "robust" wahrgenommen, sowohl von Lehrern als auch von Mitschülern. Immer musste ich das Bild "abrunden" wenn wir Klassenfotos machten und immer fühlte ich mich extrem "elefantös" wenn ich die Bilder später betrachtete. Einige fiise Kommentare von anderen, dünneren Mädchen verschlimmerten diesen Eindruck noch.

 

Tja, und so fasste ich in den Herbstferien 2000 oder 2001 (weiss ich nicht mehr genau) den folgendschweren Entschluss: ICH WILL DÜNN WERDEN. ICH WILL IN 2 WOCHEN IN DIE SCHULE GEHEN UND SCHLANK SEIN. Heutzutage muss ich sagen: völliger Quatsch. Ich wirkte zwar robuster als die kleinen dünnen Mädchen, aber was vor allem wegen dem Grössenunterschied. Aber damals war mir das nicht bewusst. Und als ich dann auf meinem Bett lag und im "Bravo-Girl" einen Beitrag über Bulimie las, dachte ich so bei mir "eigentlich ist es nur eklig". ich stand also auf und entsorgte das erste mal mein Mittagessen im Klo. Das erste mal von vielen.

 

Von da an verschwand mein Mittagessen fast täglich im Klo und teilweise kaufte ich dafür sogar extra noch ein vor dem Mittagessen. Dank Sackgeld konnte ich mir das finanzieren. Und so ging das weiter. Teilweise täglich, manchmal aber auch nur einmal pro Woche (meistens Sonntag).

 

Mia wurde ein fester Bestandteil meines Lebens und auch wenn ich sie nicht schätze, so war sie doch toleriert. Immerhin machte sie mich dünn und verhinderte direkte Konfrontationen mit meinen Eltern ala "wieso isst du nicht?". Die Bulimie war aber in meinem Kopf auch längst nicht so omnipräsent wie in der letzen Zeit.

 

Ich habe also nur noch gekotz wenn ich mich überessen hatte und alles war okee. Bis ich letzten Herbst zur Frauenärztin musste und die mir sagte ich sei zu dick. Meine Welt stürzte ein. Nun hatte ich endlich ein einigermassen gutes Verhältnis zu meinem Körper fast ohne Bulimie und dann das.

 

Noch am selben Tag nahm ich mir eine Diät vor. Und kotzte ab da eigentlich täglich (kann man im Blog nachlesen). Zunehmend wurde das für mich aber zur Belastung und so entschied ich mich im März endlich aufzuhören. Im Mai werde ich 20 Jahre alt und ich will diese "Sünde", bzw. dieses Geheimnis nicht in die 20ger mitnehmen.

 

Und so will ich nun abnehmen ohne die Bulimie. Und hier in meinem Blog könnt ihr diesen Weg verfolgen.

 

Solltet ihr Fragen haben: just ask. ich beisse nicht

 

kuss